WB Uni Klinikum München
Durch die Entscheidung für einen Neubau des Klinikums eröffnet sich die Möglichkeit für eine optimierte und zukunftstaugliche Neuplanung. Wesentlich dafür ist eine tragfähige Struktur, in der alle Bauphasen abgebildet werden können. Die Lesbarkeit der strukturellen Gliederung ist die Voraussetzung für Übersichtlichkeit und gute Orientierung. Ausgangspunkt der städtebaulichen Ordnung ist der bestehende OP-Trakt und ein Achsraster, der über die gesamte Länge des Grundstücks ein Grundmuster aufspannt, in dem sich die unterschiedlichen Funktionen deutlich abzeichnen. Die vertikale Schichtung dieser Funktionen unterstützt dabei das Bemühen um gute Übersicht und klare Abläufe.
Durch die vorgeschlagenen Gebäudehöhen entfällt die Hochhausproblematik mit den damit verbundenen Mehrkosten für Bereiche mit Patientinnen und Patienten. Eine Ausnahme dieser Höhenbegrenzung wird in einer baulichen Zeile sichtbar, die durch vier Hochpunkte charakterisiert ist. Diese sind mit der Grundstruktur verwoben und betonen ausgewiesene städtebauliche Situationen. In diesen sind Funktionen verortet, die nicht dem unmittelbaren Krankenhausbetrieb zugeordnet sind. Die Flächen für Wirtschaft, Logistik und Energieversorgung werden schrittweise erneuert und wie bisher um den bestehenden Ladehof angesiedelt. Die Gestaltung erfolgt in Form einer Verschränkung von Parklandschaft und Bauwerk.
Das verbindende Element in der Gesamtanlage ist die Magistrale, die sich über das gesamte Grundstück erstreckt und in zwei Eingänge mündet. Entsprechend der Gewichtung sind diesen Portalen platzartige Erweiterungen vorgelagert, um die zu erwartenden Patienten und Besucherströme aufnehmen zu können; für das Personal sind teilweise entkoppelte Zugänge vorgesehen. Den vier Hauptgeschossen der Magistrale sind unterschiedliche Funktionen zugewiesen. Im Erdgeschoss erfolgt die Aufnahme und Verteilung von neuen Patient/-Innen und Besucher/-Innen.
Hier befinden sich alle öffentlichen Einrichtungen und die Zugänge zu den Ambulanzen. Das zweite Untergeschoss ist der Güterverteilung und Logistik vorbehalten. Die beiden restlichen Geschosse sind dem internen Verkehr gewidmet und stellen wichtige Verbindungen zwischen den verschiedenen Stationen und Abteilungen dar. Die damit verbundene Entflechtung der Verkehrsströme ist für einen reibungslosen Betrieb des Klinikums unbedingt notwendig.
Die Geometrie und Verteilung der Baukörper generiert eine Sequenz von Innenhöfen, die eine gute natürliche Belichtung in die Tiefe der Sockelgeschosse sicherstellt. Aus der subjektiven Sicht der BetrachterInnen führt das daraus entstehende räumliche Gefüge zu kleinteiligen Zonierungen, durch die die Maßstäblichkeit der mächtigen Kubatur relativiert wird. Offene Wartezonen entlang der Magistrale ermöglichen Sichtbeziehungen in die intensiv begrünten Innenhöfe. Auch dadurch wird die Orientierbarkeit innerhalb des Gebäudes verbessert.
Der Flächenüberhang des ersten Untergeschosses ermöglicht die Ausbildung von wertvollen und gut nutzbaren Freiflächen; wobei Teile davon auch für Einsatzfahrzeuge befahrbar sind. Alle Innenhöfe und sämtliche Dachflächen werden landschaftsplanerisch bearbeitet. Durch Begrünungsmaßnahmen über mehrere Ebenen soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die der Genesung der PatientInnen dienlich ist und die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessert.














